Der Kiebitz ist "Vogel des Jahres 2024"

Bedrohter Wiesenbrüter braucht mehr Feuchtgebiete

Sein Wahlslogan „Wasser marsch!“ bringt zum Ausdruck, woran es dem Kiebitz besonders fehlt: Entwässerung und intensive Landwirtschaft sorgen dafür, dass der Vogel des Jahres 2024 seinen natürlichen Lebensraum verliert. In Deutschland wurden zuletzt nur noch rund 42.000 bis 67.000 Brutpaare gezählt. Die massiven Einbrüche seiner Population sind schon seit Längerem ein besorgniserregender Trend: Allein zwischen 1980 und 2016 ist seine Zahl um 93 Prozent zurückgegangen.

 

 

Der Kiebitz verdankt seinen Namen seinem einprägsamen Ruf „kie-wit“. Er ist ein überaus langlebiger Vogel und kann bis zu 24 Jahre alt werden. Am liebsten frisst er Insekten und Larven, verschmäht jedoch auch Regenwürmer, Getreidekörner sowie Samen und Früchte von Wiesenpflanzen nicht. Kiebitze gelten als mutige Vögel: Sie greifen ihre Fressfeinde oft zu mehreren an und vertreiben sie erfolgreich. Bei der Balz versuchen die Männchen den Weibchen durch spektakuläre Flugmanöver zu imponieren, und indem sie Mulden scharren und Gräser rupfen (genannt „Scheinnisten“). Kiebitzeier waren früher eine Delikatesse, weshalb es inzwischen verboten ist, diese zu essen oder zu sammeln. Kiebitze sind sogenannte Teilzieher: Ein Teil von ihnen überwintert bei milder Witterung in Deutschland, auch an den Küsten. Ein anderer Teil zieht in die Wintergebiete, etwa nach Spanien, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.

 

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